chirurgie

Mundgeruch ist ein Tabu-Thema

14.04.2012 17:33

Küssen ist die wohl schönste Art, Liebe zu zeigen. Küsse von Verliebten setzen Glückshormone frei, reduzieren Stress und verbrennen sogar Kalorien. Der schlechte Atem des Partners allerdings kann schlagartig die Schmetterlinge im Bauch vertreiben. Frust statt Lust - Mundgeruch ist der Liebeskiller Nummer eins.

Das größte Problem: Mundgeruch ist ein Tabu-Thema. Aus Scham möchte keiner über das Thema reden und auch der Partner des Betroffenen schweigt sich peinlich darüber aus.

Die Ursachen für schlechten Atem sind in der Regel harmlos und meist schnell in den Griff zu bekommen. Bis zu 90 Prozent der Ursachen für Mundgeruch liegen im Hals-Nasen-Ohrenbereich. Nasskaltes Wetter sorgt für Schnupfen, grippale Infekte, Bronchitis, Kratzen im Hals, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Mandeln. Jede Mandel- oder Rachenentzündung verursacht schlechten Atem. Nach der Therapie und bei Beschwerdefreiheit müssen die Symptome allerdings wieder abklingen. Denn: Bei hartnäckigem schlechtem Atem muss weiter nach den Ursachen gesucht werden. Wer fastet oder Diät hält, muss viel trinken. Mundtrockenheit, verbunden mit einem leeren Magen, kann schnell zu schlechtem Atem führen.

Die häufigsten Ursachen für Mundgeruch liegen aber im Mund selbst: Entzündungen des Zahnfleisches, Karies, Zungenbeläge sowie mangelnde Mundhygiene sind die Auslöser. Wir raten den Patienten, nicht zu lange zu zögern, um ärztlichen Rat einzuholen. Die Mundhygiene steht an erster Stelle. Treten die Symptome auf, sollten Betroffene zuerst beim HNO-Arzt und dem Zahnarzt Hilfe suchen, denn Mundgeruch kann aus beiden Bereichen kommen.

An erster Stelle zur Vermeidung von Mundgeruch steht deshalb die Mundhygiene. Um Mundgeruch vorzubeugen raten wir zu verlässlicher Zahnpflege - inklusive der Verwendung von Zahnseide und Mundspülungen, die desinfizierend wirken. So haben schädliche Erreger keine Chance.

Bei Rauchern und Knoblauchfans lohnt auch der Griff zu alten Hausmitteln aus Großmutters Hausapotheke. Milch trinken, Petersilie essen oder Kaffeebohnen kauen - das hilft bei Knoblauchgeruch. So macht auch das Küssen wieder Spaß.

Sieben Tipps für frischen Atem:

  • Zögern Sie nicht, bei Mundgeruch einen Arzt aufzusuchen.
  • Achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege und regelmäßiges Zähneputzen nach den Mahlzeiten.
  • Zungenbürstchen nur besonders vorsichtig einsetzen. Diese können sonst zu Mikroverletzungen auf der Zunge führen.
  • Nehmen Sie beim Fasten und bei Diäten ausreichend Flüssigkeit zu sich.
  • Gegen schlechten Atem helfen Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin oder Salbeitee.
  • Bei einer ?Knoblauchfahne? Milch trinken und frische Petersilie, Zitronenmelisse oder Schokolade essen, Kaffeebohnen kauen.
  • Für Raucher gilt: Kaugummi kauen und Mundspülungen verwenden.

Wenn die Hänseleien kein Ende nehmen...

14.04.2012 14:45

"Dumbo" haben sie ihn genannt und "Segelohr". Sie haben ihm die Kindergartenzeit mit ihren Hänseleien häufig zur Hölle gemacht - und das nur wegen seiner abstehenden Ohren. Inzwischen geht Nico in die erste Klasse. In der Schule hänselt ihn jetzt keiner mehr. Nicos Ohren wurden mit einem kleinen, präzisen Eingriff korrigiert. Heute hat Nico (6) die "schönsten Ohren der Welt", wie seine Mama Janina findet.

Wenn Hals-Nasen-Ohrenärzte heute einen Eingriff vornehmen, um die Fehlstellung von Ohren zu korrigieren, dann richten sie sich nach einem Schönheitsideal, das im 19. Jahrhundert entstanden ist.

So weit die Wurzeln dieser Form der plastischen Chirurgie auch zurückreichen, von einer "Allerwelts-Operation" wie beispielsweise beim Entfernen von Mandeln, kann man keinesfalls sprechen. Der Operateur braucht ein gutes ästhetisches Gespür, denn schließlich soll das Ohr hinterher nicht 'operiert' aussehen.

Für die Korrektur abstehender Ohren gibt es kein Standard-Verfahren. "Das hängt vom Alter ebenso ab, wie vom Grad der Fehlstellung. Während bei älteren Patienten der Ohrknorpel fester ist, ist er bei jungen noch elastisch, aber auch dünner.
Ein "schlechtes" Ergebnis müssen Patienten häufig dann ertragen, wenn sie sich nicht von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt haben operieren lassen. Immer mehr Nicht-Fachleute erlauben sich, solche Operationen vorzunehmen. Meist nähen sie mit einfachster Technik das Ohr nur an - und nach einiger Zeit steht es wieder genau so ab wie vorher. Die Experten aus dem HNO-Fach müssen nicht unbedingt nähen. Sie haben mindestens drei OP-Techniken im Repertoire - neben Nahttechniken auch die Knorpel-Ausdünnung sowie Schnitttechniken - und können sich so für die Methode entscheiden, die für den Patienten optimal ist.
Meist sind es "kleine Patienten", die beim HNO-Arzt wegen abstehender Ohren vorstellig werden. Viele Kinder, genauer: eins von 20, kommen mit abstehenden Ohren zur Welt - und landen trotzdem nicht unter´m Skalpell. Nicht jedes Baby wird die abstehenden Ohren behalten. Bei manchen verwächst es sich auch. Verwächst es sich nicht, sind die Kinder in den allermeisten Fällen einem enormen psychischen Druck ausgesetzt und werden in eine Außenseiterrolle gedrängt. Viele tragen bewusst lange Haare oder ständig eine Mütze. Ganz besonders schlimm ist es bei Mädchen, wenn sie ins Teenager-Alter kommen und sie sich der Fehlstellung ihrer Ohren besonders bewusst werden.

Das ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, zu dem ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aufgesucht werden sollte. Idealerweise geschieht dies jedoch schon im Alter von bis zu sechs Jahren - vor der Einschulung. So hat´s die Mama von Nico gemacht. Kurz vor der Einschulung haben sie ihren Hals-Nasen-Ohrenarzt besucht. Und die Hänseleien haben ein für allemal ein Ende.

"Segelohren" oder nicht?
Schauen Sie ihrem Kind von oben auf den Kopf. Wenn die Ohren in einem Winkel von etwa 30 Grad stehen, ist alles in Ordnung.

Rat:
Ihren Hals-Nasen-Ohrenarzt sollten Sie aufsuchen, wenn...

  • die Ohren mehr als zwei Zentimeter vom Kopf abstehen. (Benutzen Sie zum Messen ein Lineal!)
  • die Ohren für Sie, aber auch Ihre Familie und Ihre Umgebung "auffällig" scheinen.
  • Sie von Hänseleien Ihres Kindes wegen seiner Ohren erfahren.