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Schnarchen

Schnarchen ist nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern meist auch ein gesundheitliches und sollte daher dringend untersucht werden. Da unterschiedliche Ursachen für das störende Atemgeräusch verantwortlich sein können, ist eine genaue Diagnose erforderlich. Nur dann wissen wir welche Therapiemethode für Sie die sinnvollste ist.
Häufig ist zur genauen Ursachenklärung ein so genanntes Screening notwendig. Dabei handelt es sich um eine umfassende Untersuchung, bei der über Nacht unterschiedliche Messungen durchgeführt werden. Diese Untersuchung kann sowohl in der Klinik als auch zu Hause durchgeführt werden. Bei Apnoe (Atemaussetzer im Schlaf) ist ein Aufenthalt im Schlaflabor über mehrere Nächte notwendig (Polysommnographie).

Einteilung des Schnarchens

Fakultatives Schnarchen: gelegentliches Schnarchen, das nicht jede Nacht oder nicht während der ganzen Nacht auftritt
Habituelles Schnarchen: tritt fast jede Nacht auf, jedoch ohne Sauerstoffentsättigung oder wesentliche Tagesmüdigkeit zur Folge zu haben Obstruktives Schnarchen: Schnarchen mit gleichzeitigen Sauerstoffentsättigungen, ist fast immer mit Tagesmüdigkeit bis hin zum ungewollten Spontanschlaf verbunden. Natürlich gibt es auch sämtliche Übergangs- und Mischformen.

Schlafapnoesyndrom

Ein schweres mit dem Schnarchen verbundenes Krankheitsbild ist die Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf). Zum Vollbild des Schlafapnoesyndroms gehören exzessive Tagesmüdigkeit und Schlafattacken. Dabei können drei Arten der Apnoe unterschieden werden:
  • Bei der zentralen Apnoe setzt der Antrieb der für die Atmung zuständigen Muskulatur für einen längeren Zeitraum (10 -15 Sekunden) aus, so dass es zu einem massiven Sauerstoffabfall im Blut kommt.
  • Häufiger liegt eine obstruktive Apnoe vor. Diese ist durch eine vorübergehende Erschlaffung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege gekennzeichnet. Hierbei tritt eine Blockade im Bereich der oberen Luftwege bei weiterbestehender Atembewegung des Brustkorbes auf. Sehr häufig ist dieser Verschluss zwischen Rachenhinterwand, Zungengrund und Gaumensegels lokalisiert.
  • Häufig besteht eine Mischform aus zentraler und obstruktiver Apnoe.

Häufige Folgen der Apnoe

Blutdruckanstieg und Sauerstoffmangel in Gehirn und Herzmuskel. Es kommt zu unruhigen Träumen, morgendlicher Erschöpfung und langfristig zu Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Reizbarkeit. Betroffene Männer leiden überdies häufig unter Potenzstörungen.

Therapien gegen Schnarchen und die damit verbundene Apnoe

Radiofrequenztherapie gegen Schnarchen

Die Radiofrequenztherapie gegen Schnarchen ist ein besonders schonendes Verfahren, um die Ursachen des Schnarchens zu beseitigen. Die Therapie kann bei lokaler Betäubung in der Praxis durchgeführt werden, ohne dass der Patient auch nur einen Tag arbeitsunfähig wird.
Wenn der Abstand zwischen Rachenwand, Zungengrund und Gaumensegel zu eng wird, beginnen die im Schlaf erschlaffenden Weichteile während er Atmung zu vibrieren und das Schnarchgeräusch entsteht. Bei der RF-Therapie werden erschlaffte Gewebeteile, die das Schnarchen verursachen, mit speziell für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde entwickelten Thermosonden wieder gestrafft. Hierfür wird eine Sonde in den betäubten Gaumen-/Zäpfchenbereich eingestochen. Nach Aktivierung des Steuergerätes wird die Sonde unter Stromfluss zurückgezogen und koaguliert dabei in nur 3 - 5 Sekunden das schlaffe Gaumengewebe. Im Bereich der Koagulationskanäle zieht sich das Gewebe zusammen. Vier bis sechs Wochen nach dem ambulanten Eingriff ist die Straffung im Bereich des weichen Gaumens eingetreten und der Patient beschwerdefrei.  Die lästigen Schnarchgeräusche sind behoben und, sofern eine rein obstruktive Apnoe vorlag, die Sauerstoffmangelerscheinungen gebessert oder beseitigt. Im Falle einer nachgewiesenen gemischten, also auch zentralen Apnoe muss häufig zusätzlich eine Maskenbeatmung erfolgen.
Die RF-Therapie lässt sich auch als schonendes Verfahren zur Verbesserung der Nasenatmung einsetzen. Der Patient muss ebenfalls nur lokal betäubt werden, braucht anschließend keine Tamponade und die Schleimhäute werden geschont.
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Operationen

Einengungen im Bereich der oberen Atemwege werden operativ beseitigt. Neben der RF-Therapie gibt es auch verschiedene operative Verfahren zur Verbesserung der Nasenatmung (z.B. Nasenscheidewandoperationen), zur Stabilisierung des Gaumens und der Verkürzung des Gaumensegels. Gegebenenfalls sind diese mit Laser durchzuführen. In einigen Fällen müssen auch die Mandeln entfernt werden.

Schnarchen bei Kindern

Kinder haben oft vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln (sog. Polypen), was zur Verlegung der Atemwege führen und dadurch Schnarchen verursachen kann. Ist das Schnarchen so ausgeprägt, dass es zu Apnoephasen kommt, kann dies zu Entwicklungsschwierigkeiten führen und sogar Schulprobleme verursachen. Zur Therapie müssen die Mandeln nicht in jedem Fall entfernt werden. Oftmals reicht auch eine Verkleinerung per Laser. Dieses Verfahren ist weniger belastend und weit gehend schmerzfrei.